Am ersten Tag, Freitag, waren wir nicht beteiligt, aber am frühen Samstag Mittag, dem zweiten Wettkampftag, stand mit Kerstin Krolikowski die erste unserer Sportler/innen in ihrer Disziplin, dem Speerwurf der Klasse W55, auf der Wettkampfanlage. Sie war zwar nicht ganz fit, aber da die Meisterschaften so nah stattfanden, wollte sie dennoch starten, und das tat sie mit vollem Einsatz. Obwohl die ersten drei Würfe nicht ganz so gut gelungen waren, blieb sie beharrlich im Wettkampfmodus und steigerte sich im vierten Versuch auf gute 26,30 m. Aber sie wollte noch mehr, da sie sich sicher war, das auch noch mehr möglich sei. Und es wurde noch mehr, denn mit 27,05 m im fünften Versuch erzielte sie eine Weite, mit der sie in den letzten keine Saison eröffnet hatte. Zudem bedeutete diese Leistung Platz fünf in der Endabrechnung. Einen Tag später musste sie als Ersatzläuferin der 4 x 200 m Staffel der W50/55 Damen passen, da sie eine Viruserkrankung "umgehauen" hatte. Nun wussten wir auch, dass dies bereits den Wettkampf tags zuvor beeinflusst hatte. Die Form stimmt und die ganze Freiluftsaison liegt noch vor uns.
Am dritten Wettkampftag standen mit Björn Simon (M45 - Speerwurf), Therese Jäger (W50 - Dreisprung) und Anja Deckers (W55 - Diskuswurf) gleich drei unserer Athleten/tinnen im Wettkampfgeschehen. Den Abschluss dieser nationalen Titelkämpfe bildeten die 4 x 200 m Staffelläufe, bei denen wir eine Staffel in der Klasse W40/45 und eine Staffel in der Klasse W50/55 melden konnten. Die Normen hatten sie ja zwei Wochen vorher an gleicher Stelle geknackt.
Björn und Therese waren leider innerhalb von dreißig Minuten nahezu gleichzeitig in ihren Wettbewerben aktiv, sodass sich die Fans aufteilen mussten. Während Björn den Wettkampf mit ruhigen und kontrollierten 43,00 m begann, eröffnete Therese den Dreisprung direkt mit einem Paukenschlag. Ihre 8,65 m waren schon in der Nähe ihrer Bestleistung, und damit hatte sie der Konkurrenz bereits früh den Zahn gezogen. Im seinem zweiten Versuch schleuderte Björn sein Wurfgerät auf stattliche 45,92 m, was im schlussendlich die Bronzemedaille und Rang drei einbrachte. Auch er hat so früh im Jahr noch nie so weit geworfen. Da freuen wir uns mit ihm auf die kommenden Monate der Freiluftsaison. Therese bastelte unterdessen weiter an ihrem Vorhaben, es noch mal richtig krachen zu lassen. In ihrem zweiten Versuch landete sie bei nicht erwarteten 9,04 m, die einen neuen Hausrekord bedeuteten. Und auch Versuch drei mit 8,95 m bedeutete eine tolle Leistung. Danach brach sie den Wettkampf ab, um sich für die später stattfindenden Staffelläufe zu schonen. Diese Leistung bedeutete am heutigen Tage den zweiten nationalen Titel für unsere Therese innerhalb von nahezu einem halben Jahr. Nach Gotha 2025 mit dem Freilufttitel, war das nun Thereses zweiter Streich. Schaun wir mal was sich im Sommer in Mönchengladbach tun wird, wenn sie unverletzt bleibt.
Das waren gleich mal zwei Medaillen innerhalb von einer dreiviertel Stunde - Chapeau. Etwa drei Stunden später war dann Anja Deckers im Diskuswerfen der W55 an der Reihe. Es war der letzte technische Wettkampf an diesem dritten Meisterschaftstag, und auch dieser war für unsere Athletin richtig gut. Sie startete zwar mit einem ungültigen Versuch, konnte sich dann aber ständig verbessern. Vier Mal steigerte sie ihre Jahresbestleistung, bis sie im letzten Versuch noch 25,99 m erzielte, was final zu Platz vier reichte. Noch viel erstaunlicher war an diesem Wettkampf, dass die nationalen Werferinnen in dieser Klasse nicht mehr so viel weiter werfen. Auch hier sind wir gespannt auf die Leistungen im kommenden Sommer.
Mittlerweile waren auch alle Staffelläuferinnen mit ihren Fahrern im ARENA-Sportpark angekommen, sodass es jetzt galt sich für die beiden 4 x 200 m Staffeln gut vorzubereiten. Aufgrund der gemeldeten Zeiten war von Anfang an klar, dass es bei unseren beiden Staffeln zuerst einmal um eine Verbesserung der vor zwei Wochen an gleicher Stelle gelaufenen Bestzeiten gehen würde. Alles andere wäre eine Zugabe.
Die Mädels der W40/45 starteten pünktlich um 17.15 Uhr und gaben mächtig Gas. In der Besetzung Sonja Bauer, Bianca Till, Nadja Krupskij und Lisa Puyn "hauten" sie alles raus, was sie hatten und belegten im Ziel Rang fünf mit der neuen Bestzeit von 2:06,23 min. Das bedeutete eine Verbesserung von mehr als dreieinhalb Sekunden - top.
Nun waren die Mädels der W50/55 an der Reihe, und sie liefen in der Besetzung Therese Jäger, Ines Ditters, Anja Deckers und Ira Horstmann. Auch sie liefen "um ihr Leben", denn Therese wechselte als Erste in diesem ersten von zwei Zeitläufen, und Ines übergab knapp als Erste an Anja, die dann diesen Platz erwartungsgemäß nicht verteidigen konnte, aber den zweiten Rang sicherte und an Ira den Stab übergab. Ira kämpfte, wie wir sie noch nie gesehen hatten, um die anderen beiden Staffeln nicht vorbeizulassen. Das schaffte sie auch, und die Uhren blieben bei 2:19,25 min stehen. Auch diese Zeit bedeutete neue Bestleistung und war sieben Zehntel Sekunden besser, als vor zwei Wochen. Diese Leistung bedeutete final Rang vier. Es waren zwei Platzierungen, die man vor den Rennen so nicht erwarten durften.
Herzlichen Glückwunsch zu euren Leistungen, Platzierung und euren wieder einmal tollen Teamauftritt. Vielen Dank auch an die vielen angereisten Fans, die unsere Sportler/innen sehr gut unterstützt haben.