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Deutsche Meisterschaften der Masters in Gotha

geschrieben von Harald Eifert am Montag, 25 August 2025 13:42 Uhr

Erstmals in der Geschichte unseres Vereins fuhren wir mit acht Sportlerinnen und Sportlern zu einer Deutschen Meisterschaft der Masters bzw. Seniorenklassen. Dieses Mal führte die Reise ins thüringische Gotha, die mit 46.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt des Freistaates Thüringen und Kreisstadt des Landkreises Gotha. Gotha war von 1640 bis 1825 Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg. Ab 1826 war sie Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. 

Und in diesem Jahr, dem Jahr der DM der Masters, feierte die Stadt Gotha ihr 1.250 jähriges Bestehen, also doppelter Grund für die thüringische Stadt zum feiern.

Alle unsere Teilnehmer/innen waren bereits am ersten der drei Tage angereist, um sich für die anstehenden Wettkämpfe der kommenden zwei Tage vorzubereiten. Höhepunkt des Tages war das gemeinsame Abendessen in der unmittelbaren zum Hotel gelegenen Pizzeria. Insgesamt umfasste unser Team 13 Personen, die sich auch entsprechend bemerkbar zu machen verstand. So war die Stimmung während und nach dem 1. Abendessen schon hervorragend.

Leider wurde der erste Wettkampftag von echt schlechten Witterungsbedingungen "heimgesucht", sodass sich alle unsere Teilnehmerinnen am ersten Tag besonders "zusammenreißen" und konzentrieren mussten. Nicht nur dass die Temperaturen um 12 Grad lagen, teils sehr starker und böiger Wind, sowie Regenfälle beeinflussten diesen Wettkampftag. Darunter litt vor allem Therese Jäger in der Dreisprung Konkurrenz der W40, W45 und W50, denn sie hatten während des Wettkampfes alles dabei. Doch die Dreispringerinnen ließen sich davon nicht allzu stark beeinflussen und machten dennoch "ihr Ding". Bereits im ersten Sprung erzielte Therese mit 8,21 m einen richtig guten Versuch, den die Konkurrenz nicht kontern konnte. Mit 8,09 m ließ sie noch einen zweiten Versuch über acht Meter folgen, ehe sie die nächsten beiden Versuche ausließ. Man wollte aus Verletzungsgründen nicht mehr riskieren, als nötig, und die Konkurrentinnen sprangen jetzt auch nicht an ihr "vorbei". Im vorletzten Versuch lief sie noch mal durch, ohne abzuspringen, nur um sich nochmal wettkampftechnisch auf einen letzten Versuch vorzubereiten, sollte er nötig werden. Dies war aber nicht so, sodass sie auch den 6. Versuch streichen ließ. Was für ein Wettkampf unter diesen Bedingungen. Wir als Fans hatten ja schon kalt und wurden nass, sodass wir Schutz unter den nahen großen Bäumen suchten. Aber Therese fuhr ihren ersten DM-Titel ein - damit war nicht zu rechnen. Allenfalls hatten wir mit einer Medaille geliebäugelt, wenn die körperlichen Voraussetzungen es zulassen würden. Und dann Bummm - erster Start einer Myhler Athletin und dann sofort eine Medaille - und was für eine - Gold.

Als nächstes stand für unser Team der Start der 4 x 100 m Staffel der W50 auf dem Programm. Hier waren und sind wir sehr glücklich, dass neben den vier Läuferinnen, die die Norm für diesen Start ermöglicht hatten, auch Ira Horstmann die Reise mit auf sich genommen hatte, denn bei den anderen Vieren hätte eine evtl. Verletzung das Aus für diese Staffel bedeutet. Verletzungsbedingte Anzeichen und Ausfälle gab es bei allen im Vorfeld schon genug. Und nun verfüg(t)en wir sogar über eine fünfte Läuferin - Danke. Das diese Staffel bei den angemeldeten Staffeln der anderen Vereine nicht nach vorne laufen konnte, das war allen klar, aber die Mädels versuchten alles, um sich möglichst gut zu "verkaufen". Sie erreichten das Ziel als fünftes Team, 6 hatten gemeldet, mit 67,52 sec. und konnten damit ihre Qualifikationszeit von den Regionsmeisterschaften aus Aachen (67,81 sec) nochmals steigern. Ziel erreicht.

Nach den Mädels war dann unser DM-Novize Alexander Elsner an der Reihe. Er startete über 400 m, und das nach nur knapp zwei Jahren des Trainings. Das Alex nervös war, merkte man ihm schon an, was aber auch ganz normal ist. Es war sein erster großer Wettkampf, und dann direkt die Deutschen. Er startete im ersten von zwei Läufen und hatte Bahn zwei zugelost bekommen. Auch er hatte im Rennen, wie schon die Mädels bei der Staffel, mit starkem Gegenwind auf der Gegengeraden zu kämpfen, sodass seine 60, 80 sec im Ziel zwar keine erhoffte neu PB bedeutete, aber dennoch eine gute Zeit unter den genannten Bedingungen. Final belegte er damit einen guten neunten Rang. Er wird uns in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten, "heiß" ist er ja darauf.

Während der größte Teil des Teams schon Richtung Hotel zum Abendessen unterwegs war, stand mit Kerstin Krolikowski noch eine weitere Athletin des Vereins im Wettkampfgeschehen. Der Dreisprung der W55 - W75 stand noch auf dem Zeitplan. Beginn - 19.00 Uhr, und das bedeutet auch wieder kältere Temperaturen. Aber auch sie trotzte diesen Umständen und wollte ihr Bestes geben. Und auch sie, ebenso wie Therese, hatte ja im Vorfeld mit der einen oder anderen Blessur zu kämpfen, sodass der erste Sprung von größter Wichtigkeit war. Gut eingestellt und taktisch gut beraten (muss an dieser Stelle auch mal erwähnt sein dürfen), packte sie im ersten Versuch, so wie Therese auch, die "Keule" aus und setzte mit 8,20 m einen tollen Sprung in die Sandgrube. Diese Weite bedeutete aber auch gleichzeitig neuen Vereins- und Regionsrekord, was im Trubel des Wochenendes total untergegangen sein wird. Nach diesem Sprung ließ sie nochmal 8,13 m und 8,06 m folgen, wovon der eine ebenfalls über der bisherigen Bestleistung von 8,11 m lag. Mittlerweile hatte aber die Konkurrenz nachgelegt, sodass Gold und Silber eigentlich nicht mehr erreichtbar waren. Es galt also diese große Chance, eine DM-Medaille zu erreichen, abzusichern. Die Viertplatzierte hatte bis zum fünften und vorletzten Versuch 8,17 m erzielt und sprang den letzten Versuch, vor Kerstin an der Reihe, ungültig. Damit war der letzte Sprung von Kerstin, der bei 7,93 m landete, nicht mehr relevant, aber dennoch gut. Damit schaffte Kerstin Krolikowski Bronze und Platz drei im  Dreisprung der Klasse W55.

Wir beeilten uns mit der Rückreise, damit auch wir noch was "zwischen die Backen" bekamen. Von der Stimmung bekamen wir auch noch viel mit, und wir halfen diese noch zu steigern. Danach folgte die Bettruhe und die Vorbereitung auf den dritten und letzten Wettkampftag, der ebenfalls wieder einiges für uns bereithielt.

Nach dem Frühstück brach das Team nach und nach auf und erreichte zu unterschiedlichen Zeiten das Volkspark-Stadion von Gotha. Natürlich verpasste niemand die unterschiedlichen Starts der jeweiligen Myhler Protagonisten/innen. Zuerst und gleichzeitig waren Anja Deckers mit dem Diskuswerfen der W55 und Björn Simon mit dem Speerwurf der M45 an der Reihe. Der der Diskuswurf auf der Nebenanlage und der Speerwurf im Stadion stattfand, waren die Fans zu unterschiedlichen Zeiten an den beiden Anlagen, um die beiden Myhler Akteure anzufeuern und zu unterstützen. Anja schleuderte in ihrem ersten und besten Versuch die 1kg schwere Scheibe auf 26,13 m, womit sie Siebte wurde. Gerne hätte auch eine 27 davor stehen können, aber nach knapp zwei Jahren in dieser für sie neuen Disziplin, war das Ergebnis gut.

Björn schleuderte absprachegemäß im ersten und zweiten Versuch sein 800 Gramm schweres Wurfgeräte nicht mit letzter Konsequenz, sondern schaute was die Konkurrenz machte. Im dritten Versuch schleuderte er den Speer auf stattliche und tolle 47,57 m, was nicht nur Saisonbestleistung war, sondern ihn auch zwischenzeitlich von Platz fünf auf Platz zwei brachte. Daran änderte sich bis zum Ende der Konkurrenz nichts mehr. Auch war die Leistung durch Verletzungen im Vorfeld nicht planbar, man schielte zwar immer wieder mal nach Edelmetall, aber werfen können die anderen ja auch. Am Ende hatte es für Björn wieder zu einer Medaille gereicht, und das sie silbern glänzt konnte man nicht erwarten.

Während Anja und Björn die Fans zu einigen "Bewegungsmetern" brachten, machte sich ganz still und fast unbeobachtet unser Hubert Ollmanns auf den Weg zum Aufwärmen. Auch bei ihm machte sich im monatelangen Training eine Oberschenkelverletzung bemerkbar, und dadurch diesen Wettkampf und sein Ergebnis nicht planbar. Dann stand er auf der Anlaufbahn zum Weitsprung der M65, und auch bei ihm wussten wir nicht, ob das Bein nach dem Anlauf den Absprung "verträgt". Doch alles verlief gut, sodass sein erster Versuch mit 4,73 m gemessen wurde. Damit übernahm er direkt die Führung in dieser Konkurrenz. Auch seine beiden weiteren Sprünge (war schon risikoreich), die mit 4,70 m und 4,72 m gemessen wurden, hätten am Ende zum ersten Rang gereicht. Damit gewann Hubert nach dem Triumph in der Frankfurter Halle auch den Freilufttitel der Masters M65 in Gotha. Mittlerweile ist es schon der dritte DM Titel, den dieser junggebliebene "Oldie" eingesammelt hat. Und man darf nicht müde werden es zu erwähnen - er war eine Entdeckung vor ein paar Jahren beim Sportabzeichentag in Heinsberg. Was für eine Geschichte.

Doch damit nicht genug, und bevor die meisten aufgrund ihrer Arbeitsbereiche schon die Heimreise antraten, wurde doch noch ein schönes Mannschaftsbild gemacht, was uns für die nächste Zeit in guter Erinnerung bleiben wird.

Danach begleiteten die "Hardcorefans" Kerstin Krolikowski noch zu ihrem letzten Wettkampf, dem Speerwurf der W55, der leider erst um 16.20 Uhr begann. Hier galt es seitens unserer Werferin nochmal alle guten Vorsätze in technisch gute Abläufe zu bringen, damit evtl. auch hier noch ein schönes Resultag heraussprang. Es war schon früh in der Konkurrenz klar, dass Kerstin schon über 30 m werfen müsste, um sich an der Vergabe der Medaillen beteiligen zu können. Das war aber unmöglich, dennoch sind ihre finalen 27,42 m Jahresbestleistung und nur 31 Zentimeter unter ihrem Vereinsrekord. - Chapeau.

 

Als Resumee bleibt nur festzustellen, dass diese diesjährigen in Gotha erzielten Ergebnisse unserer Athletinnen und Athleten nicht nur einzigartig, sondern auch bislang unübertroffen sind. Wir war der erfolgreichste Verein unserer Region, und das bedeutet ja schon was. Unsere Senioren- oder Masters- oder liebevoll Oldietruppe ist schon etwas besonderes. Wir können nur hoffen, dass sich der Nachwuchs davon anstecken lässt und diese Erfolge zum Anlass nimmt - nicht ist unmöglich. Auch nicht nach Verletzungen.

Wir gratulieren euch zu diesem Leistungsfestival und freuen uns mit euch (und weiteren noch unentdeckten Talenten) in die sportliche Zukunft zu gehen. Macht weiter so, aber achtet auch auf euch.