49. Internatinales Leichtathletik-Meeting in Rhede

geschrieben von Harald Eifert am Sonntag, 21 Juli 2019 12:03 Uhr

Es war in diesem Jahr schon ein besonderer Wettkampf, der uns bei dieser 49. Auflage des internationalen Leichtathletik-Meetings in Rhede erwartete. Für unsere Athleten war es einerseits der letzte Test vor den nationalen Titelkämpfen am nächsten Wochenende, und für die anderen, war es der Abschluß einer sehr erfolgreichen Bahnsaison. Und die Witterungsbedingungen boten an diesem Tag ebenfalls Besonderes.

Und mit  dem Wetter ging es auch schon gut los, denn bis 16.00 Uhr war es warm, zwar etwas windig, aber alles im "grünen Bereich". Jonas Völler machte sich warm, da er um 17.00 Uhr über 800 m starten sollte. Hier liegt dann die Betonung auf lag, denn was sich jetzt den Anwesenden bot, war schon wieder etwas Besonderes. Der Himmel öffnete alle Schleusen, die er hat, und es gab mehrere Wolkenbrüche, die von grollendem Donner und vielen umlaufenden Blitzen begleitet wurden. Die  Laufbahn stand zeitweise bis Bahn drei unter Wasser. Die Zeitmessanlage fiel aufgrund von Stromausfall aus und es ging lange Zeit nichts mehr im Besagroup-Sportpark zu Rhede.

Die Wettkampfleitung beschloß mit dem veranstaltenden LAZ Rhede, dass die Wettkämpfe mit 90minütiger Verspätung weitergehen sollten. Für Jonas Völler bedeutete das natürlich, dass er sich ein zweites Mal komplett aufwärmen mußte. Aufgrund seiner ernährungstechnischen Möglichkeiten war dies an diesem Wettkampftag schon eine richtige Herausforderung. Schlußendlich machte er bis 700 m ein tolles Rennen, wobei ihn auf den letzten 100 m die Kraft verließ. Dennoch sicherte er sich klar den Sieg in der MU20 mit 1:55,32 min. Für die nationalen Titelkämpfe in einer Woche sehr aufschlußreich.

Das Gleiche galt für Moritz Ringk, der sich der Konkurrenz über 400 m stellte. Hier gab es aufgrund der Ausschreibung keine Jugendwertung, was aber der Leistung von Moritz keinen Abbruch tat. Obwohl er aufgrund einer Klausur morgens gegen fünf Uhr aufstehen mußte, sein Start um 19.30 Uhr war, überzeugte er auf der ganzen Linie. Seine 49,45 sec über die Stadionrunde bedeuteten nicht nur Platz elf in der Männerkonkurrenz (schnellster Jugendlicher), sondern auch neuen Hausrekord. Ein weiteres Highlight von Moritz war seine "gezielte Ernährungsvorbereitung", die für weitere Rennen noch sehr wichtig sein wird.

Zum Abschluß der Veranstaltung, und auch für unsere Fans stand der 1.500 m Lauf der Männer und U20 auf dem Programm. Hier war aus unserer Sicht klar, dass sich Freddy Ruppert und Hannes Vohn mit diesem Rennen von der diesjährigen Bahnsaison verabschieden würden. Also galt es noch einmal richtig Gas zu geben, und die Ziele waren schnell formuliert. Hannes wollte die Gelegenheit nutzen unbedingt unter die magische Vier-Minuten-Grenze zu laufen, während Freddy der ausländischen Konkurrenz so lange wie möglich Paroli bieten wollte. 

Am Start standen 16 Läufer, von denen zwei für das Tempo sorgen sollten. Dies taten sie auch und liefen die ersten 400 m in 58 Sekunden an, wobei es danach etwas "ruhiger" wurde. Freddy hielt sich immer im unmittelbaren Kontakt zu den beiden Südafrikanern auf und ließ die beiden auch nicht enteilen. Hannes hingegen mußte sich nahezu komplett mit Positionskämpfen aufreiben, da ihm Runden lang immer der gleiche Läufer "zwischen den Füßen" lief. Nach einer Durchgangszeit von 2:31 min bei 1.000 m waren dann nur noch ein Südafrikaner sowie Freddy in vorderster Front zu finden, was sich schlagartig bei 300 m vor dem Ziel änderte. Freddy setzte einen langen Spurt an und gewann dieses Rennen in starken 3:45,72 min, seiner zweitbesten Zeit überhaupt. Und dies nach der anstrengenden Woche in Schweden - Chapeau. Doch hinter ihm ging ebenfalls die Post ab, denn innerhalb einer Sekunde finishten gleich drei Läufer. Einer von ihnen war unser Hannes, der sich planmäßig an die vorgegebene Marsch Tabelle gehalten hatte (auch wenn ihn die Positionskämpfe sehr viel Kraft gekostet hatten), und sich nun im Ziel mit 3:57,81 min selbst belohnt hatte. Damit kann auch er auf eine tolle Bahnsaison zurückblicken, denn er stellte über 800 m, 1.500 m, 3.000 m und 5.000 m neue Bestzeiten auf und schaffte auch noch die Norm für die Deutschen U23 Meisterschaften.

Für eine große Überraschung sorgten dann die Athleten sowie mitgereiste Athletinnen und Fans, als sie Freddy zu seinem Titel bei der EM U23 über 3.000 m Hindernis gratulierten. Mit einer Konfettikanone, einem selbstgebackenen EM Kuchen in den nationalen Farben sowie einem Transparent überraschten sie Freddy nach dem Lauf. Freddy war mehr als gerührt von dieser Geste und prompt wurde der Kuchen auch angeschnitten und probiert. Diese Geste zeigt, wie stark die Bindung in dieser unserer Gruppe mittlerweile ist. Da ist einer für den anderen da, und man freut sich ausgelassen und sogar tränenreich über die Erfolge der anderen. So wie in diesem Fall mit Freddy's Erfolg in Gävle/Schweden.

Wir gratulieren euch sehr herzlich zu euren Leistungen und beglückwünschen euch zu diesem erneut sehr schönen Gesamtauftritt.