U23 Europameisterschaften in Gävle/Schweden - Zweiter Wettkampftag

geschrieben von Harald Eifert am Freitag, 12 Juli 2019 22:41 Uhr
U23-EM: Frederik Ruppert rennt mit Raketen-Finish zu Hindernis-Gold
U23-EM: Frederik Ruppert rennt mit Raketen-Finish zu Hindernis-Gold (Foto: © Iris Hensel)

Mit Frederik Ruppert haben wir nun den zweiten Athleten nach Jonas Hanßen, der vom Deutschen Leichtathletik-Verband für eine kontinentale Meisterschaft nominiert worden ist. Die Norm für diese Meisterschaften hat Freddy ja bekanntlich in Karlsruhe zum ersten und bei den Deutschen U23 Meisterschaften in Wetzlar zum zweiten Mal geknackt, sodass er sich nun im schwedischen Gävle über 3.000 m Hindernis mit den besten U23 Läufern Europas messen kann. Mit ihm zusammen tun das Robert Baumann und Lennart Mesecke, die auch alle drei am heutigen zweiten Wettkampftag ihre Vorläufe hatten.

Während Lennart im ersten der beiden Vorläufe an der Reihe war, standen Robert und Freddy im zweiten Vorlauf an der Startlinie. Das Ziel war schnell formuliert, denn man mußte unter die ersten Fünf eines VL kommen, um sich direkt für das Finale am Sonntag zu qualifizieren. Zu diesen zehn Läufern gesellen sich dann noch weitere fünf Zeitschnellste aus beiden Läufen.

Lennart erreichte das Ziel im ersten Vorlauf nach 8:56,76 min als Vierter - qualifiziert. Im zweiten Lauf erreichten Robert und Freddy das Ziel nach guter und ruhiger und ebenfalls unaufgeregter Renngestaltung in 8:56,33 min und 8:56,38 min als Dritter und Vierter - qualifiziert. Bundestrainer Enrico Asmus war sehr zufrieden, ob der Renngestaltung und der klaren Finalteilnahmen seiner drei Schützlinge. In der Gesamtwertung rangieren die drei Deutschen auf den Plätzen sechs, sieben und zehn. Um sich ein Bild zu machen, wie eng solche Vorläufe und die daraus resultierenden Finalteilnahmen aussehen, dem sei gesagt, dass zwischen dem derzeit schnellsten Läufer und dem 15. nur sieben Sekunden liegen.

Freddy, herzlichen Glückwunsch zum Erreichen des Finales über 3.000 m Hindernis bei diesen, deinen ersten internationalen Meisterschaften.  Wir wünschen dir aus der Heimat für das am Sonntag stattfindende Finale einen klugen Kopf, genügend Umsicht und einen "würzigen" Schuß Vertrauen in deine Arbeit der letzten drei Monate.

Tja anscheinend haben die vielen Wünsche und gedrückten Daumen viel bewirkt. Der Endlauf war wieder einmal, wie so oft, ein typisches Meisterschaftsrennen. Doch eins nach dem anderen. So wie im Vorlauf ließ er den Konkurrenten am Start den Vortritt, um so nicht in evtl. Rangeleien verwickelt zu werden. Danach lief er lockeren Schrittes nach vorne und blieb auf der äußeren Innenbahn bzw. auch Bahn zwei. Selbst wenn dies hier und da einen Meter mehr bedeutet, so hilft es doch seinen eigenen Schritt ohne Probleme durchlaufen zu können. Bis auf zwei kleinere Phasen, bei denen er dann innen etwas eingeklemmt war (hat er aber umgehend geändert) lief Freddy ein sehr konzentriertes und kontrolliertes Rennen. Auch in der Spitze war er zu finden, ohne aber das Tempo zu erhöhen, waren doch einige Läufer im Feld, die deutlich schnellere Bestzeiten aufzuweisen hatten. Während die Läufer den ersten Kilometer in 3:02,19 zurücklegten, hatte sich Freddy schon unter die ersten drei Läufer "eingefunden". In der weiteren Folge des Rennens war er stets unter den besten drei Läufern zu finden. Von 1.700 m bis 2.400 m führte er das Feld dann zusammen dem eigentlich stärksten Franzosen Louis Gilavert und Simon Sundström an. Während Gilavert dann dem Tempo nicht mehr folgen konnte (letzte 1.000 m in 2:43,) stieß sein Landsmann Alexis Phelut dazu. Er und Simon Sundström beschleunigten dann auf den letzten 500 m das Tempo noch einmal, sodass die finale Phase des Rennens eingeläutet war. Dreihundert Meter vor dem Ziel erhielt Freddy dann auch noch Unterstützung durch seinen Mannschaftskollegen und Freund Lennart Mesecke, der an die zweite Stelle der Konkurrenz lief. Die beiden Hindernisse auf der letzten Gegengeraden wurden nahezu im Sprintschritt genommen, sodass Lennart Mesecke bei 200 m vor dem Ziel abreißen lassen mußte. Von nun an liefen der Schwede Sundström, der Franzose Phelut und Freddy nahezu Kopf an Kopf in einem Zeitfenster von drei Zehntel Sekunden. Die Wassergräben nahm unser Freddy alle sensationell, und das war auch heute wieder einer der Schlüssel zum Erfolg. Er brauchte sich nicht um die Schrittaufnahme zu kümmern, hatte keine Gleichgewichtsprobleme und ging mit vier Zehntel Rückstand auf die Zielgerade. Dann kam nur noch ein Bock, den es zu überqueren galt, und die letzten 100 m wurden ein Sprintfeuerwerk von Freddy Ruppert - 13,4 sec für die letzten 100 m, 28,5 sec für die letzten 200 m und 59,3 sec für die letzten 400 m sind Garant für die finalen 8:44,49 min. Damit war er nochmal einen Ticken schneller, als bei den nationalen Titelkämpfen in Wetzlar.

 

Chapeau lieber Freddy, alles richtig gemacht. Nervenstark und mit Ruhe das Rennen gelesen und abgewartet. Der erste kontinentale Titel in der Erwachsenenklasse, zu der die U23 ja auch zählt, die ein/e Athlet/in des SC Myhl Leichtathletik erringen konnte.

Wir gratulieren Dir sehr herzlich, und wir wünschen Dir noch viel Geduld und "Bock" für die kommenden Monate und Jahre. 

 

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Link zum Videoportal: https://athletics.eurovisionsports.tv/event/30/european-athletics-u23-championships-gavle/calendar

Zu finden unter "FINAL 3000M SC MEN"