Bert Vohn trotz Corona Vizeweltmeister der M55 bei den Langstrecken-Zeitfahrweltmeisterschaften

geschrieben von Harald Eifert am Sonntag, 24 Januar 2021 13:03 Uhr

Eigentlich waren diese Langstrecken-Zeitfahrweltmeisterschaften im Radfahren, die über 12 Stunden angesetzt waren, im Oktober des vergangenen Jahres in Borrego Springs in den USA geplant, aber durch die Corona-Pandemie wurden sie nun virtuell in den eigenen vier Wänden der Teilnehmer durchgeführt. Das bedeutet aber auch, dass die Akteure dann mit ihren Rädern auf der sogenannten "Rolle" fahren müssen, dem sogenannten interaktiven Smart-Trainer.

Die relevanten Leistungsdaten werden dabei über ein spezielle App, unter insbesondere der Berücksichtigung des Gewichts des Fahrers, in Geschwindigkeit umgerechnet. Mit dieser Geschwindigkeit fuhren die Teilnehmer virtuell die real gefilmte Originalstrecke in den USA ab. Die Geschwindigkeit, mit der das Video abgespielt wird, passt sich an die errechnete, virtuelle Geschwindigkeit des Fahrers an. Steigungen und Gefälle werden über die Software entsprechend simuliert. Insgesamt eine sehr wirklichkeitsnahe Erfahrung.

Neben der sportlichen Herausforderung galt es wieder Spenden und Gelder für Projekte in Nepal und auf den Philippinen zu sammeln. Neben dem Livestreaming auf YouTube gab es sowohl aus Paul Thelens, als auch aus Berts Vohns Wohnzimmer noch einen Liveblog dazu. Insgesamt wurden bereits rund 9.000 € für die Schulkinder in Nepal und auf den Philippinen gesammelt.

Am frühen Sonntagmorgen um 6.00 Uhr erfolgte der Startschuss für die zwölf Stunden Tortur, wobei es draußen noch dunkel war. Ab der ersten Minute galt es für die Sportler sehr wachsam zu sein. Die Schwierigkeit bei einer solch langen Belastung besteht immer darin, dass die Sportler mit ihren Kräften richtig haushalten  und sich mit genügend Flüssigkeit und Energie versorgen müssen. Dabei fällt natürlich auf, dass alle Teilnehmer ihre eigene Taktik in den Pausen mit dem Trikotwechsel und der Nahrungsaufnahme anwenden.

Zur Halbzeit analysierte Bert Vohn, dass er in seiner Altersklasse, aber auch im Gesamtklassement, auf Rang sieben lag. Da er in der Regel solche Rennen recht ruhig angeht, wusste er, dass er auf der zweiten Hälfte noch genügend "Körner" hat, um sich nach vorne zu arbeiten. Auf einem Leaderboard konnte jeder Teilnehmer zu jeder Zeit erkennen, wo er im Rennen lag. Ruhig und besonnen war Bert Vohn jederzeit informiert, wo er lag und wie weit die nächsten Konkurrenten vor ihm lagen. Vor den letzten beiden Stunden, die zu absolvieren waren, beschloss er, dass er diese Pause kürzer machen wolle, um dann anschließend auf dem letzten Turn das Tempo zu erhöhen und Druck auf die vor ihm fahrenden Konkurrenten aufzubauen. 

Dieser Plan ging voll auf, sodass er von Minute zu Minute näher an seine Konkurrenten heran kam und mittlerweile schon auf Rang fünf des gesamten Feldes gelistet war. Anhand der analysierten Werte war sich Bert auch sicher, dass er noch weiter nach vorne fahren konnte, denn die zu fahrenden restlichen Runden wiesen im Profil jedes Mal eine drei bis vierprozentige Steigung auf, die ihm zugute kam.

Nach zwölf Stunden hatte unser Bert nicht nur 9.500 Kalorien verbraucht, sondern auch 402 km absolviert. Das bedeutete natürlich auch, dass er im Gesamtklassement Dritter geworden war und Bronze eingeheimst hatte.  In seiner Klasse, der  M55, belegte er sogar Rang zwei und sicherte sich die Vizeweltmeisterschaft.

 

Herzlichen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung, aber genauso hoch ist unser Respekt, dass Du mit dieser Leistung bislang schon rund 9.000 € für die Schulen in Nepal und Philippinen hast sammeln können.