Es war 11.10 Uhr, als "Sir" Hubert zum Weitsprung bat. Die Grube war angerichtet, und es durfte gesprungen werden. Und auch er hatte eine lange Verletzungszeit hinter sich bringen müssen, ohne zu wissen, ob er überhaupt hier in MG bei den Deutschen an den Start gehen konnte. Doch sein unsterblicher Wille (wie bei den anderen unserer Athletinnen und Athleten) machte es möglich. So wie tags zuvor Therese, setzte auch er von Anfang an die Konkurrenz unter Druck. Im ersten Sprung erzielte er mit 4,42 m die Führungsweite, hatte aber lediglich sieben Zentimeter Vorsprung. Im zweiten Versuch steigerte er sich auf 4,49 m, wobei der Zweitplatzierte sich auf 4,41 m steigerte. Im Dritten sprang Hubert dann 4,60 m, worauf der Konter "nur" bei 4,46 m lag. Zwei weitere Sprünge von Hubert lagen in den 4,40ern, während sein ärgster Widersacher im vorletzten Sprung 4,54 m sprang. Da dieser aber im letzten Versuch vor Hubert springen musste und sich nicht mehr steigern konnte, ließ "Sir" Hubert den letzten vernünftigerweise aus. Damit holte sich Hubert nicht nur die Titelverteidigung in der M65, sondern auch Titel Nummer vier bei nationalen Titelkämpfen - Chapeau.
Danach stand Therese im Weitsprung der W50 bereit, um ihren zweiten Start bei diesen Meisterschaften zu absolvieren. Nicht unbedingt ihre Spezialität, aber springen war ja schon als junger Mensch ihre Leidenschaft. So wie in der Dreisprung-Konkurrenz, so sprang sie auch im Weitsprung in ihrem ersten Versuch die beste Weite, die mit 4,30 m gemessen wurde. Im weiteren Verlauf fehlte ihr ein wenig die Kraft, sodass sie sich nicht mehr steigern konnte. Final belegte sie im Weitsprung Platz sechs.
Um 15.40 Uhr wurde dann Alexander Elsner mit seinen Mitstreitern aus dem Callroom an den Start über 400 m der M45 geführt. Er war im ersten von zwei Läufen, und auch sein Ziel war natürlich Bestzeit zu laufen. Der Rennverlauf wurde vorher nochmal durchgesprochen, und an den hielt er sich dieses Mal ganz genau, sodass er nicht nur ein starkes Rennen ablieferte, sondern auf die Hundertstel Sekunde seine PB von 60,11 sek einstellte. Das bedeutete natürlich auch Jahresbestzeit und final Platz 11.
Last but not least an diesem dritten Meisterschaftstag war dann mit Kerstin Krolikowski im Speerwurf der W55 noch eine weitere Athletin in Aktion. Pünktlich um 16.10 Uhr begannen die neun Damen ihren Wettkampf. Kerstin konnte sich in dieser Konkurrenz leider nicht ganz so präsentieren, wie sie es gerne getan hätte, aber dennoch erzielte sie mit drei Würfen über 25 m eine mehr als respektable Leistung. Ihr final bester Wurf wurde mit 25,71 m gemessen und bedeutete am Ende einen schönen fünften Platz. Sie war als Fünftbeste angereist und ist Fünfte geworden. Sie hat also abgeliefert, denn wer sich die Ergebnisliste in diesem Wettbewerb angeschaut hat, der wird feststellen, dass alle neun Werferinnen nicht an ihre Bestleistung herangekommen sind. Und um Vierte zu werden, hätte Kerstin über 30 m werfen müssen. Das heben wir uns für 2027 auf - denke ich.
In der Nachbetrachtung bleibt nur festzuhalten, dass wir nicht nur ein größeres Team an den Start dieser nationalen Titelkämpfe der Mastersklassen bringen konnten, nein sie waren auch so erfolgreich wie schon ganz lange nicht mehr.
Dazu herzlichen Glückwunsch, genießt nun die Urlaubs- bzw. Ferientage, kommt erholt und gesund zurück und nutzt den "Rest" der Saison noch für die eine oder andere Leistung.