Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin

geschrieben von Harald Eifert am Dienstag, 28 Juni 2022 00:24 Uhr

Nach den beiden Höhepunkten von Oordegem/Belgien und Turku/Finnland, standen nun die Deutschen Meisterschaften in Berlin für unseren Freddy Ruppert auf dem Programm. Und ganz im Gegenteil zu den ersten beiden Wettkämpfen, die bei kühlen und windigen Bedingungen stattfanden, wurde es in Berlin eine Hitzeschlacht, denn die Temperaturen lagen vom Anreisetag (Freitag) bis zum Abreisetag (Montag) ständig zwischen 30 und 35 Grad.

Dieses heiße Wetter hinterließ natürlich einige Spuren im Ergebnisspiegel dieser Deutschen Meisterschaften, denn dies war kein Wetter für Jedermann. Für Freddy war es natürlich überhaupt keine Frage bei diesen Bedingungen nicht zu starten. "Das kann uns auch bei anderen sehr wichtigen Wettkämpfen passieren, und dem müssen wir uns dann auch stellen", so seine Antwort auf die Frage eines interessierten Fans.

Samstags wurde noch ein kleines Abschlusstraining im Aufwärmstadion hinter dem Olympiastadion durchgeführt, und Freddy machte dabei auch einen ruhigen, schon fokussierten, aber entspannten Eindruck. Das änderte sich auch über Nacht nicht, und als wir dann  alle mit der S-Bahn zum Stadion fuhren, begann die Vorbereitung auf das Rennen selbst.

Wir suchten uns ein schönes schattiges Plätzchen, um der Sonne nicht nur ausgesetzt zu sein. Da trafen sich aber nach und nach nahezu alle Hindernisläufer, und man trainierte dann zum Teil gemeinsam. Danach Treffpunkt Aufwärmplatz, erster Aufruf und danach der Gang durch die Katakomben des Stadions zum Callroom, von wo aus die Athleten dann ins Stadion geführt wurden.

Titelverteidiger Karl Bebendorf vom Dresdener SC sprach sich im Vorfeld mit Freddy ab, da er das Rennen schnell machen wollte, und ob er ihn dabei unterstützen würde. Auch die anderen am Rennen beteiligten Läufer und Kaderathleten wurden gefragt, wollten aber aufgrund der großen Hitze kein allzu schnelles Rennen mitgestalten. Also gestalteten die beiden Vorjahresprotagonisten Karl Bebendorf und Freddy Ruppert alleine das Tempo und das Rennen. So drückten die beiden Läufer dann auch von Beginn an auf die berühmte Tube. Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Titelverteidiger dabei einen größeren Teil der Führungsarbeit übernahm. Es war ein tolles und wieder, wie im letzten Jahr, ein sehr spannendes Rennen, das erst auf den letzten dreihundert Metern entschieden wurde. Sieger und erneut Deutscher Meister wurde der Dresdener Karl Bebendorf in 8:27,,61 min , und als Deutscher Vizemeister kehrt Freddy Ruppert mit 8:28,90 min  wieder nach Hause zurück. Diese beiden schnellsten deutschen Hindernisläufer hatten an diesem Tag 17 Sekunden Vorsprung auf den Drittplatzierten (!!!), und das zeigt schon ihr Niveau und auch Leistungsbereitschaft. Um für die internationalen Meisterschaften nominiert zu werden, mussten die Läufer, die die Norm hatten, unter die besten zwei im Ziel sein. Dann stand bzw. steht der Nominierung nichts mehr im Weg. Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass beide Athleten mit dem Rennen der Deutschen Meisterschaften jeweils drei Rennen im bisherigen Verlauf der Saison absolviert haben, und dass sie in allen drei Rennen die Norm für die Europa-Meisterschaften unterboten haben.

Auch wenn Freddy die mit Abstand schnellste Zeit vorzuweisen hatte, so heißt das ja nicht gleichzeitig, dass man alle Rennen gewinnt, schon gar nicht und automatisch die nationalen Titelkämpfe. Wenn wir die erreichten Leistungen diesen Jahres für Freddy untereinander schreiben, dann hat er bereits alle Ziele (auch die, die er nicht hatte) erfüllt. Die Norm für die EM in München, eine neue Bestzeit (gleich zweimal verbessert)  und als Sahnehaube dann die Norm für die WM in Eugene/ Amerika.

Lieber Freddy, wir gratulieren sehr herzlich zu Deinem neuerlichem Erfolg und wünschen schon jetzt eine spannende und tolle Zeit in Übersee - in Eugene/Oregon, dem Mutterland der Leichtathletik.