Paavo Nurmi Games in Turku/Finnland

geschrieben von Harald Eifert am Mittwoch, 15 Juni 2022 00:40 Uhr

Geplant war die Wettkampfreihenfolge,  so wie sie jetzt abgelaufen ist, aber ob Freddy Ruppert in Turku einen Startplatz bekommen würde, dass wussten wir nicht. Im Trainingsablauf berücksichtigt setzten wir darauf, dass Marc Osenberg  sich nicht nur für einen Startplatz bei den diesjährigen Paavo Nurmi Games in Turku einsetzen, sondern ihn auch durchsetzen kann. Der Anruf von Marc kam Mitte letzter Woche und Freddy ergriff diese Chance sofort, denn er wollte endlich mal in einem Rennen starten, wo auch er vom Tempo der Konkurrenz profitieren kann.

 

Abflug Montag Abend, Ankunft Montag Nacht, Start des 3.000 m Hindernislaufes am Dienstag Abend 20.20 Uhr Ortszeit (Finnland ist eine Stunde vor uns), Rückflug Mittwoch Mittag und Ankunft Mittwoch Abend. Ein stressiger Kurztrip also, nichts für Jedermann, und schon gar nichts für schwache Nerven.

Doch das macht dem Myhler seit einiger Zeit nichts mehr aus. Mit nahezu stoischer Gelassenheit bereitet er sich auf solche Events vor und lässt sich dann auch nicht mehr beeinflussen. Kurze telefonische Absprache vor dem Weg zum Stadion und los ging es gestern Abend. 

Wer fix  war, der konnte diesen Lauf über den Livestream mitverfolgen, und das waren nicht wenige. Es gab an diesem Abend ja auch reichlich gute Unterhaltung durch unseren Athleten.

Zusammen mit 13 weiteren Läufern stellte er sich dem Starter. Ein  buntes Bild, denn Athleten aus neun Nationen standen bei diesem Rennen an der Startlinie - Äthiopien, Finnland, Schweden, Norwegen, Belgien, Australien, Großbritanien, Kenia und Freddy aus Deutschland. Der Tempomacher sorgte für eine schnelle Fahrt, ging er doch mit 2:41 min bei 1.000  m durch. Der zweite Kilometer war dann etwas ruhiger mit 2:48 min, und dann waren die anderen 12 Jungs auf sich gestellt. Schon bereits nach drei Runden hatte sich eine Vierergruppe gebildet, die vorne um das Tempo bemüht war. Dazu gehörte auch Freddy Ruppert. Als der Pacemaker aus Kenia aus dem Rennen ging, bemühten sich  Abraham Seme aus Äthiopien, Wilberforce Kones aus Kenia und Freddy Ruppert ganz vorne um das Tempo, und danach folgten schon einige Sekunden Abstand zu den Verfolgern. Der große Favorit aus Äthiopien, der mit einer Bestzeit von 8:17 min angereist war, eine Bestzeit von 8:11 min aufzuweisen hatte, konnte sich im Verlauf der letzten beiden Runden Meter um Meter aus der Dreiergruppe absetzen. Freddy, der mittlerweile auf den zweiten Platz vorgelaufen war,  ließ zu Beginn der letzten Runde erkennen, dass er wieder aufschließen wollte. Alle  Hindernisse  und Wassergräben nahm der Myhler an diesem Tag technisch richtig gut und schloss nach dem Wassergraben und dem letzten Hindernis wieder zu dem führenden Läufer auf. 

So wie vor zweieinhalb Wochen in Belgien, spurtete unser Hindernistalent wieder an den ostafrikanischen Läufer heran, sodass die beiden Läufer im Ziel nur durch eine halbe Sekunde getrennt mit erhobenen  Armen über die Ziellinie liefen. Welch ein Rennen - und was für eine Zeit - 8:15,58 min. Das bedeutet nicht nur neuen Hausrekord, sondern auch neuen Vereinsrekord. Das dies dann auch neuen Regionsrekord bedeutet soll hier nicht unerwähnt bleiben. Aber was noch bemerkenswerter ist, Freddy knackte nicht nur die Norm für die EM in München vor 16 Tagen in Oordegem/Belgien, sondern gestern auch die Norm für die Weltmeisterschaften in Eugene/Amerika. Diese Norm steht bei 8:22,00 min und wurde damit deutlich unterboten.

In knapp zwei Wochen, nach den Deutschen Meisterschaften in Berlin nominiert der Deutsche Leichtathletik-Verband die Athleten für Eugene und evtl. auch schon für München. Wir dürfen gespannt sein, ob Freddy wieder, wie vor drei Jahren bei der U23 EM in Schweden, nominiert wird.

Wir gratulieren jedenfalls sehr herzlich und wünschen Dir weiterhin einen kühlen Kopf, viel Gesundheit und viel Spaß mit einem guten Team.